Gänsebraten: So erkennt man artgerechte Tierhaltung

Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, was für Gänse aus Bio- oder Freilandhaltung spricht und wie man Stopfmast und Lebendrupf vermeidet

Viele Menschen freuen sich in der Martinszeit oder zu Weihnachten auf einen festlich zubereiteten Gänsebraten, angerichtet zum Beispiel mit Rotkohl, Klößen oder Bratäpfeln. 2022 waren die Preise für Gänse wegen der Vogelgrippe und höherer Futterkosten deutlich gestiegen, in diesem Jahr wird es vermutlich nicht zu größeren Preissteigerungen kommen. „Doch auch beim Gänsebraten sollte uns die artgerechte Gänsehaltung wichtig sein, also eine langsame Aufzucht, viel Platz im Stall und ausreichend Auslauf“, sagt Christiane Kunzel, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale NRW, und erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Bild von G.C. auf Pixabay

  • Haltungsform:
    Wer sich für einen Gänsebraten entscheidet, sollte möglichst Bio-Gänse oder Fleisch von Gänsen mit der Bezeichnung „Freilandhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ oder „bäuerliche Freilandhaltung – unbegrenzter Auslauf“ kaufen. Bei diesen EU-weit geltenden gesetzlich definierten Haltungsformen müssen bei der Freilandhaltung mindestens vier Quadratmeter Auslauf pro Tier garantiert sein, bei der bäuerlichen Freilandhaltung sind es zehn Quadratmeter pro Gans oder sogar ein unbegrenzter Auslauf. Außerdem ist festgelegt, wie viele Tiere maximal in einem Stall untergebracht werden dürfen. Allerdings ist das Angebot im Handel hier stets deutlich knapper als die Nachfrage.
     
  • Deutsche Gänse vom Bauernhof
    Bei heimischen Landwirten kann man meist davon ausgehen, dass die Gänse langsam gemästet wurden, genügend Auslauf und ein vergleichsweise gutes Leben hatten. Allerdings empfiehlt es sich auch hier, nach der Herkunft des Geflügels zu fragen. Denn zum Teil werden, insbesondere auf dem Wochenmarkt, auch zugekaufte Tiere angeboten.
     
  • Gänsekauf im Supermarkt:
    Auch beim Griff ins Tiefkühlregal ist es empfehlenswert, auf eine Herkunft aus Deutschland zu achten. Denn hier sind Gänsestopfmast und Lebendrupf verboten. Das Gänsefleisch in den Supermärkten stammt jedoch meist aus Polen und Ungarn. In Ungarn ist das Stopfen – wie auch in Frankreich und Bulgarien – erlaubt. Dabei erhalten die Tiere über ein Rohr eine übergroße Futtermenge, was die Leber krankhaft vergrößert. In Polen hingegen ist dies zwar verboten, aber der Lebendrupf weit verbreitet, bei dem den Tieren auch festsitzende Federn herausgerissen werden. Einige Supermarktketten werben damit, dass sie keine Ware anbieten, die aus Stopfmast oder Lebendrupf stammt. Das fußt jedoch in der Regel nur auf Unbedenklichkeitsauskünften der Lieferanten, nicht auf eigenen Kontrollen. Bei nicht eindeutig gekennzeichneten Produkten aus dem Ausland kann es besser sein, vom Kauf abzusehen.

Weiterführende Infos und Links:

Quelle:  Verbraucherzentrale NRW
Internet: https://www.verbraucherzentrale.nrw

 

Recent Posts

Mit den „Familienwochen Sylt“ geht es auf musikalische Entdeckungsreise

Die „Familienwochen Sylt“ starten in die nächste Runde und sorgen vom 12. bis 27. April…

2 Stunden ago

Produktrückruf: Bruchgefahr bei Menabo Fahrradträger für die Anhängerkupplung via Decathlon

Der Sport und Outdoorspezialist Decathlon informiert über einen Rückruf von Menabo Fahrradträgern für die Anhängerkupplung der…

2 Stunden ago

Rückruf: Wursthersteller ruft THÜRINGER Schlachteplatte via Kaufland zurück

Der Hersteller EWU Thüringer Wurst und Spezialitäten GmbH ruft den Wurstartikel EWU THÜRINGER Schlachteplatte in…

8 Stunden ago

Bärlauch-Saison: Gefährliche Zwillinge – Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

(dgk) Jedes Jahr im März beginnt die Saison für den Bärlauch, der dank seiner würzigen…

10 Stunden ago

Rückruf: Gesundheitsgefahr – Salmonellen in Way To Go – Salted Caramel Vollmilchschokolade via Lidl

Der Hersteller Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG informiert über den Rückruf des Artikels Way…

2 Tagen ago

Rückruf: Salmonellen möglich – SilaVit Flohsamenschalen via Müller

Die Drogeriemarktkette Müller informiert über einen Rückruf der SilaVit - Indische Flohsamenschalen des Herstellers Naturawerk®…

2 Tagen ago